Anthrax (Milzbranderreger)
Der Erreger (Bacillus anthracis; Kurzname Anthrax)ist ein grampositives, sporenbildendes und aerobes Stäbchen und dessen natürlicher Lebensraum ist der Erdboden. Der Milzbranderreger wurde 1855 von Aloys Pollender entdeckt und Milzbrand ist zunächst einmal eine hauptsächlich bei Tieren zu findende Krankheit. Die Bakterien oder deren Sporen gelangen beim Kontakt mit infizierten Tieren oder infizierten tierischen Produkten durch kleine Hautwunden in den menschlichen Körper. Auch durch Einatmen oder Aufnahme mit der Nahrung kann der Erreger in den Körper gelangen. Je nach Aufnahmepfad führt der Milzbranderreger zu verschiedenen Formen des Milzbrandes, nämlich
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Hautmilzbrand
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Lungenmilzbrand
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Darmmilzbrand
Dabei ist der Hautmilzbrand (auch hide’s porter disease - Leder- und Fellverarbeiterkrankheit genannt) die am häufigsten beobachtete Form (ca. 95% der Fälle). An einer Hautverletzung entsteht zunächst ein kleiner Knoten - ähnlich einem Mückenstich. Die Haut darum herum färbt sich rot und beginnt zu eitern. Weitere Bläschen entstehen und verschmelzen zu einem Milzbrandkarbunkel. Dieses löst sich bei Kontakt zu den Blutgefäßen auf und löst eine Blutvergiftung aus. Bei Behandlung mit Antibiotika und deren rechtzeitigem Beginn tritt fast eine Sterblichkeit auf. Der Lungenmilzbrand ist die gefährlichere Form. Bei der sog. “Wollsortiererkrankheit” oder auch “Hadernkrankheit” genannt, gelangt der Erreger direkt durch Einatmen in die Lunge und verursacht ernsthafte Blutungen und Atembeschwerden. Die Sterblichkeit beim Darm- und Lungenmilzbrand ist sehr hoch und erreicht unbehandelt annähernd 100%. Selbst bei Behandlung ist mit Sterblichkeitsraten von ca. 50% zu rechnen. Der Bacillus kann sich verkapseln und auch Zeiten mit wenig Feuchtigkeit überstehen. Das Verkapselungs - Stadium nennt man Sporen. Milzbranderreger wurden und - wie die Ereignisse des Oktober 2001 zeigen - werden als Kampfstoffe gebraucht. Die ersten Untersuchungen dazu erfolgten 1942 durch die Briten. Diese infizierten die Insel Gruinard vor Schottlands Westküste absichtlich, um die Wirksamkeit des Kampfstoffes an Schafen zu prüfen. Erwartungsgemäß funktionierte der Test gut. Das Gebiet ist heute noch gesperrt, obwohl es 1986 und 1987 desinfiziert wurde. Die Vorfälle, bei denen im Oktober 2001erstmals Milzbranderreger mit der Post versandt wurden, zeigen, dass Milzbranderreger auch heute noch verantwortungslosen Menschen als Kampfstoff dienen. Dabei wurden verklumpte Sporenpartikel als Pulver versandt. Die Infektionsgefahr ist dabei nicht so hoch wie wenn staubförmige einzelne Sporen versandt worden wären. Die Trocknung und Aufbereitung feinstaubiger Sporen von B. anthracis ist aber mit relativ hohem Aufwand verbunden und nur durch erfahrene mikrobiologicshe Labors möglich. Bazillen, die nicht im Sporenstadium sind, sind sehr empfindlich. Die im Mikroskop als Stäbchen erscheinenden Bazillen brauchen Feuchte zum Überleben. Die runden, größeren Sporen können dagegen auch ohne Feuchtezufuhr überdauern. Milzbrand kann mit Antibiotika behandelt werden. Dazu eignet sich Penicillium G. Im Bosnienkrieg wurden aber auch Penicillin - resistente Anthraxbazillen ermittelt. Dabei handelte es sich aber nicht um Kampfstoffe, sondern aufgrund der schlechten hygienischen Zustände um die Erkrankung einer Frau, die von einer Bremse in den Nacken gestochen wurde. Die Frau zeigte keine Besserung nach Penicillin- Gabe, überlebte aber nach einer Behandlung mit Tetracyclin. Weitere geeignete Antibiotika könnten Erithromycin, Ciprofloxacin und Chloramphenicol sein. Bisher gibt es keine von Menschen künstlich erzeugten Anthrax-Bakterien. Aber Wissenschaftler arbeiten an genetischen Veränderungen des Bakteriums. In einigen Laboren wurden so Anthrax-Stämme entwickelt, die besonders tödlich oder besonders resistent gegenüber Antibiotika sind. (Quelle: stern) Infizierte Räume oder Einzelgegenstände können mit üblichen Desinfektionsmitteln behandelt werden. Unter anderem eignet sich zur Desinfektion auch Sanosil, für das entsprechende Untersuchungen und Positivergebnisse als Zeugnisse vorliegen.
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