Asbest - Risikoabschätzung
Auch bei der Asbestfrage ist die Umrechnung (Extrapolation) von hohen Belastungen auf niedrige Belastungen mit Problemen behaftet. Die tatsächliche Gefährdung kann daraus nur ungenügend ermittelt werden. Das Bundesgesundheitsamt berechnet bei einer angenommenen Asbestbelastung von 1.000 Fasern/m³ über das ganze Leben eine Sterblichkeit von 10 pro 1.000.000 Asbest - Exponierter. Für das Mesotheliomrisiko (Rippenfellkrebs) wird bei einer lebenslangen Faserbelastung mit 100 Fasern/m³ ein Risiko von 0,5 bis 2 pro 100.000 Exponierter gerechnet. Das errechnete Risiko für Schüler bei einer Faserbelastung von 1.000 Fasern/m³ liegt, da sie sich ja nur zeitweilig in den Schulen aufhalten, bei 0,02 bis 0,37 pro 1.000.000 pro Jahr, wenn die kalkulierte Asbestmortalität für das ganze Leben berücksichtigt wird.
Diese Zahlen müssen einer Beurteilung für Sanierungsnotwendigkeiten zugrunde gelegt werden, wobei neben einer Berücksichtigung der entstehenden finanziellen Kosten auch das Risiko für die bei den Baumaßnahmen exponierten Arbeiter nicht vernachlässigt werden darf. Ebenso ist bei dem zahlenmäßig sehr geringen Risiko die zusätzliche Gefährdung durch längere Schulwege (Verkehrsunfälle, Asbestbelastung der Außenluft, z. B. an Kreuzungen) zu berücksichtigen
Quelle: DISU, Osnabrück




