Beta Glucan Test
Die Keimzahlbestimmung aus der Luft mittels Sporensammlern liefert nur die Zahl der Sporen, die lebensfähig sind und deshalb auf Nährböden anzüchtbar (sog. Viable Messung). Zellwandbestandteile abgestorbener Mikroorganismen enthalten aber auch Proteine, die zu allergenen Reaktionen führen können. Deshalb wird versucht, auch die nicht lebensfähigen Bestandteile von Schimmelpilzen zu sammeln und deren Menge quantitativ zu bestimmen. Rylander hat dazu Messungen des Gehaltes an Beta-1,3-Glucan vorgeschlagen. Dieses ist ein Chitinschicht- Bestandteil der Zellwände von Mikropilzen und somit scheint es für eine Bestimmung der Menge an Biomasse in der Raumluft geeignet. Der Nachweis erfolgt über den Limulus-Test, einen biologischen Enzymtest. Dieser indiziert aber sowohl die Endotoxine gramnegativer Bakterien wie auch Beta-1,3-Glucan. In Japan wurde der Limulus-Test durch eine Firma verfeinert und reagiert nunmehr sehr spezifisch auf Beta-1,3-Glucan, ohne eine Endotoxin- Querempfindlichkeit zu zeigen. Das Verfahren ist derzeit auf die Forschung beschränkt.
Ebenfalls vorgeschlagen wird manchmal der sogenannte Ergosterol - Test, um Kennzahlen für eine Raumluftbelastung mit Schimmelpilzen zu erhalten. Auch Ergosterol ist ein für Schimmelpilze spezifischer Stoff der Zellwand. Bislang wird er aber aufgrund des hohen Aufwandes zum Nachweis nur in einzelnen Forschungsvorhaben eingesetzt.
Rylander hat vorgeschlagen, den Beta - Glucan - Test zur Bestimmung der Biomasse in der Raumluft einzusetzen und hat auch erste Forschungsergebnisse vorgelegt, die eine Signifikanz zwischen Beta - Glucan - Gehalten der Raumluft und Atemwegsreizungen zu belegen scheinen. Hier ist aber weitere Forschungsarbeit notwendig, um die Aussagekraft dieser Tests weiter zu ermitteln.
Eingesetzt werden derartige Beta-Glucan-Tests, indem die Luft potentiell belasteter Räume mit Schlitzsammlern oder Gebläsen auf klebrige Schichten oder Filter abgeschieden werden, die dann mit dem Limulus-Testverfahren angefärbt werden. Die angefärbten Teilchen werden danach unter dem Mikroskop ausgezählt oder deren Menge fotometrisch oder durch mikroskopische Auszählung bestimmt. Das Ergebnis ist eine Maßzahl an Schimmelbestandteilen in der Raumluft.




