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Blei

Bleivergiftungen sind selten und kommen in der Praxis kaum noch vor. Belastungen mit Blei können aber immer noch durch bleihaltige Wasserrohre vorkommen. Nach einer Untersuchung des Jahres 2001, die von der Stiftung Warentest durchgeführt wurde, wurden vor allem in Nord- und Ostdeutschland noch immer erhöhte Bleiwerte des Trinkwassers ermittelt. Für Blei gilt ein Grenzwert von 40 µg (Mikrogramm) pro Liter , der aber noch im Laufe des Jahres 2001 auf 10 µg  pro Liter gesenkt werden soll.

Das Wasser löst dabei Bleiatome aus den Rohren ab und diese werden beim Trinkwasserverzehr aufgenommen. Alle Schwermetalle (dazu gehören Blei, Quecksilber Arsen und Cadmium) reichern sich in bestimmten Organen an. Bei Überschreiten kritischer Werte treten dann Vergiftungssymptome teilweise erst nach langer Zeit auf. Damit hat Blei eine hohe chronische Toxizität und wirkt auf das Nervensystem. Bei Bleiaufnahme im Säuglings- und Kindesalter kann es zu Wachstums- und Entwicklungsstörungen kommen. Deshalb ist eine mögliche Bleiaufnahme hier ganz besonders kritisch zu werten.

Blei und seine Verbindungen gehören somit zu den starken Umweltgiften.
Im Bereich der Gewässerbelastung zum Beispiel stammen Blei-Belastungen in Kläranlagen aus Abschwemmungen von Straßen und Dächern. Das Blei akkumuliert sich, wie andere Schwermetalle auch, in Klärschlämmen, Sedimenten aber auch in Lebewesen. Überschreitungen des Grenzwertes von Blei im Trinkwasser können in Altbauten auftreten, in denen das Trinkwasser noch durch Blei-Rohre geleitet wird. Die Einleitung von Blei mit Abwasser ist ab 01. 01. 1990 nach dem Abwasserabgabengesetz abgabepflichtig.

Besonders problematisch für die Luftbelastung waren die mit den Kraftfahrzeugabgasen (Bleitetraethyl), durch Abfallverbrennung und andere Feuerungsanlagen sowie durch bleiverarbeitende Betriebe (z.B. Akkumulatorenherstellung) in die Umwelt gelangenden Belastungen. Blei wird neben diesen Anwendungen in der Bildschirmherstellung und im Strahlenschutz verwendet.

Schwere Bodenbelastungen entstehen zum Beispiel immer wieder bei Korrosionsschutzmaßnahmen an Stahlbauten, wenn durch das Sandstrahlen große Mengen Bleimennige in die Umwelt gelangen. Die Umweltbelastung durch Blei ist in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. Eine deutliche Entlastung der Umwelt wurde durch die Verwendung unverbleiter Kraftstoffe sowie durch den Ersatz von Bleimennige durch blei- und chromatarme Korrosionsschutzstoffe (Umweltzeichen!) erzielt.

Weitere Informationen zur Bedeutung von Blei im Trinkwasser:

Blei im Trinkwasser - Regelungen der Trinkwasserverordnung

Empfehlung des UBA zum Austausch von bleihaltigen Leitungen