Legionärskrankheit breitet sich in Großbritannien aus (Artikel zur Epidemie in Großbritantien im August 2002)
In Großbritannien breitet sich die lebensgefährliche Legionärskrankheit immer weiter aus. Die Zahl der infizierten Personen stieg auf 123 an, 23 weitere wurden auf Verdacht behandelt. 14 Patienten befinden sich auf der Intensivstation, 2 Personen - eine 50-jährige Frau sowie ein 88 jähriger Mann - sind bereits gestorben. Die meisten Patienten steckten sich nach Krankenhausangaben in der nord-westenglischen Stadt Barrow-in-Furness an. Der Infektionsherd wird in der Klimaanlage des dortigen Bürgerzentrums vermutet, die offensichtlich mangelhaft gewartet und deren Abluft in eine enge Passage mit regem Publikumsverkehrs geleitet wurde. Die Erreger der Legionärskrankheit sind gram-negative stäbchenförmige Bakterien der Gattung Legionella pneumophilia. Die Bakterien kommen im Süßwasser vor, vermehren sich bei Temperaturen von 30 bis 45 Grad Celsius besonders schnell, sterben über 60 Grad langsam und über 70 Grad sehr schnell ab. Legionellen gelangen durch winzige Tröpfchen kontaminierten Wassers über Klimaanlagen, Duschen, verseuchte Wassertanks oder Flüsse in den menschlichen Körper und können dort schwere Lungenentzündungen auslösen. Nach Angaben des Bernhard-Nocht-Instituts in Hamburg werden jährlich bis zu 10.000 Fälle der Legionärskrankheit gemeldet, etwa jede sechste Infektion verläuft tödlich.
(Quelle: Ärztezeitung, 06.08.02)




