Materialproben
Direkte Untersuchungen liefern häufig einen hohen Schimmelpilznachweis, der aber nicht zwangsläufig zu einer Raumluftbelastung führen muss.
Einerseits werden bei Anzüchtung aus Materialproben durch reiches Nährstoffangebot und Wechsel des aW-Wertes vom Realmaterial zum Nährboden hin die Pilze zur Sporulation gezüchtet, was aber im Realmaterial gar nicht der Fall sein muss. Dort werden teilweise nur Mycelien gebildet (zum Beispiel durch zu geringe Wasseraktivität des Materiales, "Stockflecken"). Bei der Homogenisierung von Materialproben werden häufig auch die Mycelbestandteile zerstört bzw. verkleinert. Jedes dieser Bruchstücke kann dann zu einer neuen Kolonie auswachsen. Die bestimmte Anzahl wird bei der nachfolgenden Auszählung dann falsch ermittelt.
Andererseits werden aus Materialproben häufig Pilzspezies angezogen, die eine nur geringe Neigung haben, ihre Sporen über die Raumluft zu verbreiten (z.B. Mucorales und einige Fusarienarten).
Materialproben können auch direkt mikroskopiert werden, um die Besatzstärke festzustellen. Daneben gibt es die Möglichkeit, im Labor Abklatschproben direkt vom Material zu entnehmen und die Arten bzw. Gattungen auf dem Material näher zu bestimmen.
Staubdepots haben oft eine Bedeutung, wenn es um die Bestimmung älterer Sporendepots geht, z.B. um zurückliegende Belastungen nachzuweisen. Sporen aus diesen Staubdepots werden aber nicht in hohem Umfang in die Raumluft freigesetzt, da die Sporen gute Koppelungsmechanismen aufweisen, die sie an Substrate binden. Deshalb sind solche Staubproben zur Beurteilung einer aktuellen Belastungssituation wenig geeignet.




