Nahrungsmittelallergie
Nach Schätzungen ist mindestens jeder zehnte Deutsche von Allergien oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten betroffen, andere Quellen operieren sogar mit weitaus höheren Zahlen. Laut einer neueren Studie haben 30 Prozent aller Kinder in den ersten elf Lebensjahren mit Allergien zu kämpfen. Einig sind sich jedoch alle Ärzte und Ernährungswissenschaftler darüber, dass die Zahl stetig steigt.
Verarbeitete Lebensmittel, wie wir sie täglich zu uns nehmen sind in der Regel ein bunter Mix aus den verschiedensten Einzelzutaten. Die Aufschlüsselung der Zutaten in diesen Produkten zeigt beispielhaft, dass 152 unterschiedliche Substanzen mühelos an einem Tag verzehrbar sind. Das menschliche Immunsystem ist für diese Vielzahl jedoch nicht gemacht. Die Folge können deshalb Allergien sein.
Wer auf Haselnüsse mit Augenjucken, Hautausschlag oder geschwollenen Lippen reagiert, darf beispielsweise weder Müsliriegel noch Frühstücksflakes essen. Eine Sellerie-Allergie schließt zahlreiche Kräutermischungen zum Verzehr aus. Schwierig ist hingegen eine Unverträglichkeit von Kuhmilch. Milchprodukte lassen sich nicht so ohne weiteres aus dem Ernährungsplan streichen. Sie sind der wichtigste Calciumlieferant in unserer Ernährung. Hier ist auf jeden Fall eine Fachberatung nötig.
Neben Allergien kommen allerdings auch häufig sogenannte Nahrungsmittelintoleranzen vor. Sie lassen sich schlecht nachweisen und unterscheiden sich von den klassischen Allergien dadurch, dass sie erst bei einer bestimmten Menge des Allergens auftreten. Hier ist es am Betroffenem selbst, seine Ernährungsgewohnheiten zu beobachten um die Quelle zu verifizieren. Bei einer echten Allergie, sollte der Patient jedoch keinesfalls selbst herumprobieren, sondern einen Arzt aufsuchen. Es wird empfohlen, möglichst viel in der eigenen Küche zuzubereiten und saisonabhängig zu kochen.
Beim Einkauf sollte der Allergiker auf die Packungsangaben des Herstellers achten. Hinter den "E-Nummern" beispielsweise verbergen sich Konservierungsstoffe, Stabilisatoren, Emulgatoren und zahlreiche weitere Zusatzstoffe. "Es gibt insgesamt 305 dieser E-Nummern. In schwierigen Fragen kann auch die Verbraucher-Zentrale und der Asthma- und Allergiker-Bund weiterhelfen.
Quelle: Neuss-Grevenbroicher Zeitung 6.12.01




