Sanierung - Allgemeines
Eine Schimmelpilzsanierung ist oft relativ aufwendig, da Pilze auch hinter Tapeten, in Hohlräumen und unzugänglichen Stellen gut gedeihen. Pilze bestehen aus dem Pilzgeflecht (dem sog. Mycel) und ihren "Vermehrungsorganen", den sog. Konidienträgern (Konidien = Pilzsporen). Landläufig werden die Konidienträger häufig unrichtigerweise als der eigentliche Schimmel angesehen. Ein oberflächliches Entfernen der sichtbaren Fruchtkörper der Pilze ist dabei unzureichend, da die Mycelien (Fadengeflechte) den eigentlichen Pilz bilden und in den Untergrund einwachsen können.
Grundsätzlich gilt: Die Massnahmen zur Schimmelbekämpfung müssen an der Ursache für den Befall ansetzen. Nur die Behebung der Ursache für den Feuchteeinbruch bringt ein dauerhaftes Ergebnis. Wirkliche Sanierung setzt primär an der Entstehungsursache für den Befall an und erstreckt sich erst danach auf den Abtrag und Wiederaufbau von Befallstellen.Die Sanierung von Schimmelbefallstellen ist ohne genaue Kenntnisse der Schadensursache deshalb nicht möglich. Ein alleiniges Abwischen, Abwaschen oder Abbürsten zerstört die Konidienträger zwar, der Pilz wird aber sehr schnell neue bilden wenn die Ursache für den Befall nicht beseitigt wurde.
Die alleinige Behandlung mit Fungiziden ist keine Ursachenbekämpfung, sondern kann nur eine zwischenzeitliche Massnahme sein, um Schimmelbefall über eine kürzere Zeit bis in den Bereich von einigen Monaten zu vermeiden.
Die gesundheitlich beeinträchtigende Wirkung von Schimmelpilzen auf der Bausubstanz wird nach dem heutigen Erkenntnissstand nur durch die von den Konidienträgern ausgesandten Konidien (=Sporen) und durch in die Luft gelagende Mycelbestandteile verursacht.
Die weithin verbreitete Ansicht, dass Pilzbefallstellen generell durch Abklopfen der Putzsubstanz bis zum Mauerwerk saniert werden müssen, ist nicht aufrecht zu halten bzw. nur in extremen Einzelfällen sinnvoll.
Nach Beendigung der Maßnahme wird bei Schimmelallergikern eine Nachmessung der Raumluft empfohlen.




