Schimmel in Wohnungen
Zu viel Schimmelpilz in Wohnungen
Die Anzahl deutscher Wohnungen mit Schimmelpilz ist alarmierend hoch.
Halle (dpa) - Mehr als 15 Millionen Bundesbürger leben in ihren vier Wänden mit Schimmelpilz und Feuchtigkeit. Das entspricht etwa sieben Millionen Wohnungen. Diese Ergebnisse einer repräsentativen Studie unter Federführung der Friedrich-Schiller- Universität Jena wurden am 11. Juni zur Tagung des Bundesverbandes des Schornsteinfegerhandwerks vorgestellt. Rund 400 Schornsteinfeger kommen dazu nach Halle.
Für die Studie hatten den Angaben zufolge etwa 400 Bezirksschornsteinfeger bundesweit rund 30 000 Räume in 5 530 Wohnungen, die nach dem Zufallsprinzip ausgewählt worden waren, überprüft. Dabei seien Mieter und Eigentümer auf freiwilliger Basis befragt worden. 22 Prozent der Wohnungen hatten demnach Schäden durch Feuchtigkeit und Schimmelpilz.
»Dies wird immer mehr zum Problem«, sagte Eugen Steichele, Bundesinnungsmeister des Schornsteinfegerhandwerks. Ursachen seien nicht ausreichendes oder falsches Lüften sowie schlecht funktionierende Lüftungsanlagen, die nicht fachgerecht eingebaut seien oder nicht regelmäßig überprüft würden. Dies sei häufiger in Mehrfamilienhäusern als in Einfamilienhäusern der Fall. Schimmelpilz sei ein erhebliches Gesundheitsrisiko. Dadurch könne es zu Allergien und akuten Atemwegserkrankungen kommen.
Deshalb sei richtiges Lüften eine Notwendigkeit, damit die von Mensch, Tier und Pflanzen verursachte so genannte »Wohnfeuchte« aus den Wohnungen gelange. »Die Regel lautet fünf Mal stoßweise Lüften und dazu die Fenster weit öffnen«, empfiehlt Ehrenfried Heinz von der Technischen Universität Berlin.
»Schornsteinfeger haben insbesondere in den neuen Bundesländern umfangreiche praktische Erfahrungen bei der Überprüfung der Lüftungsanlagen«, sagte Steichele zur Mitwirkung der Schornsteinfeger. In Deutschland gibt es den Angaben zufolge 8 069 Schornsteinfegerbetriebe. Zum Handwerk zählen rund 25 586 Beschäftigte.




