Styrol
Beschreibung:
Styrol ist ein ungesättigter aromatischer Kohlenwasserstoff, der im Steinkohlenteer und in vielen Nahrungsmitteln vorkommt. Styrol entsteht auch bei der Pyrolyse von Erdöl. Styrol ist ein sehr reaktiver aromatischer Kohlenwasserstoff. Die farblose Flüssigkeit mit einem süßlichen Geruch gilt als stark wassergefährdend. In größeren Mengen kann sie Menschen, Fische und Kleinkrebse schädigen und hemmt das Wachstum von Mikroorganismen, darunter auch Meeresbakterien. In Wasser wenig löslich.
Freisetzung von Styrol:
Styrol ist ein Vorprodukt (Monomer) von Kunststoffen, die weitläufig und zum Teil auch in Toner für Laserdrucker und Kopierer eingesetzt werden. In diesen und anderen Kunststoffen können noch Verunreinigungen von Styrol enthalten sein. Styrol wird in erhöhter Konzentration meist auch in neu renovierten Gebäuden vorgefunden.
Styrol dient weiterhin als Riechstoffzusatz, z.B. in Parfüms. Es kommt im Styraxöl vor, das nach den Richtlinien der Riechstoffhersteller im Fertigprodukt mit höchstens 0,6% eingesetzt wird. Da die Konzentration von Styrol bzw. Styraxöl in kosmetischen Produkten extrem niedrig ist, wird dieser Stoff von den Riechstoffherstellern als gesundheitlich unbedenklich eingestuft. Weiterhin erfolgt der Einsatz in Medikamenten und synthetischem Gummi, für das es auch als Lösemittel für synthetische Gummis und Harze verwendet wird. Polyester Reparaturspachtel enthält ca. 11-14% Styrol. Polyesterklebstoffe, -lacke und -farben und Polyester-Spritzfüller enthalten ebenfalls teilweise höhere Mengen an Styrol (bis zu 25%).
Weiterhin ist Styrol ein einer der wichtigsten Grundstoffe zur Herstellung von Kunststoffen wie Polystyroldämmmaterialien, Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS), Styrol-Acrylnitril (Thermoplast), Styrol- Copolymeren, die z.B. als Ionentauscherharze zum Einsatz kommen und Styrol- Butadien (SBR-) Kautschuk (Elastomer, z.B. SBR-Schaumrücken von Teppichböden). Aus einigen dieser Materialien kann Styrol auch in die Raumluft abgegeben und somit eine Styrolbelastung verursacht werden.
Styrol ist biologisch abbaubar, jedoch dauert dies extrem lange. Die Styrol- Konzentrationen im Innenraum sind in den letzten 10 - 15 Jahren tendenziell gestiegen, vermutlich wegen der steigenden Verwendung von Kunststoffen.
Aus Baustoffen auf organischer Grundstoffbasis, wie geschäumten Baustoffen aber auch mineralischen Dämmstoffen, die Kunstharzanteile enthalten, können Formaldehyd, Lösungsmittel, Phenol oder Styrol freigesetzt werden. Styrol und Phenol tragen auch schon in sehr niedrigen Konzentrationen zur geruchlichen Wahrnehmung bei. Diese Wahrnehmung ist auch schon unterhalb kritischer Raumluftkonzentrationen gegeben.
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